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Einspeisevergütung 2026: Sätze, Degression und was 2027 droht

Einspeisevergütung 2026: 7,78 ct/kWh für Anlagen bis 10 kWp — 20 Jahre garantiert. Aktuelle Tabellen, Negativpreisregel und warum 2026 das letzte sichere Jahr sein könnte.

2004 bekam, wer eine PV-Anlage aufs Dach schraubte, bis zu 57 Cent pro eingespeister Kilowattstunde. Garantiert. Zwanzig Jahre lang. Die Einspeisevergütung 2026 liegt bei 7,78 Cent — also rund einem Siebtel davon. Trotzdem lohnt sich eine Anlage heute oft mehr als damals. Wie das sein kann, und was die Vergütung dir konkret bringt, erfährst du hier.

Aktuelle Vergütungssätze 2026: Was gilt gerade?

Die Sätze gelten immer für sechs Monate und werden jeweils zum 1. Februar und 1. August angepasst. Für Anlagen, die zwischen dem 1. Februar und dem 31. Juli 2026 in Betrieb genommen werden:

Anlagengröße Teileinspeisung Volleinspeisung
Bis 10 kWp 7,78 ct/kWh 12,34 ct/kWh
10–40 kWp 6,73 ct/kWh 10,35 ct/kWh
40–100 kWp 5,50 ct/kWh 10,35 ct/kWh

Ab dem 1. August 2026 sinken die Sätze um rund 1 %:

Anlagengröße Teileinspeisung Volleinspeisung
Bis 10 kWp 7,71 ct/kWh 12,23 ct/kWh
10–40 kWp 6,67 ct/kWh 10,25 ct/kWh
40–100 kWp 5,45 ct/kWh 10,25 ct/kWh

Wichtig: Welcher Satz für dich gilt, hängt davon ab, wann deine Anlage offiziell in Betrieb genommen wird — nicht wann du den Vertrag unterschreibst oder der Monteur anfängt. Dieser Satz bleibt dann genau 20 Jahre lang fest. Das ist gesetzlich garantiert und kann dir im Nachhinein nicht geändert werden.

Volleinspeisung oder Teileinspeisung — was lohnt sich 2026?

Das ist eine Frage, die viele Installateure gerne überspringen. Dabei ist sie einer der wichtigsten Hebel bei der Wirtschaftlichkeit.

Teileinspeisung bedeutet: Du verbrauchst einen Teil des Solarstroms selbst und speist nur den Überschuss ins Netz. Dein Installateur meldet deine Anlage so beim Netzbetreiber an — du musst nichts weiter tun. Der Vorteil: Du ersetzt teuren Netzstrom, der aktuell rund 35 Cent pro kWh kostet, durch selbst erzeugten Solarstrom. Jeder Cent, den du dir sparst, ist fast viermal so viel wert wie ein eingespeister Cent.

Volleinspeisung bedeutet: Der gesamte erzeugte Strom geht ins Netz, du kaufst deinen Haushaltsstrom weiterhin beim Versorger. Dafür bekommst du 12,34 ct/kWh — fast doppelt so viel je eingespeister Kilowattstunde. Das kann sich lohnen, wenn dein Gebäude tagsüber wirklich leer steht und kein nennenswerter Eigenverbrauch anfällt.

Für die allermeisten Haushalte ist Teileinspeisung mit Speicher die wirtschaftlich sinnvollere Wahl. Zur Größenordnung: Bei einer 5-kWp-Anlage macht die reine Einspeisevergütung über 30 Jahre rund 3.241 Euro aus — der Eigenverbrauch trägt ein Vielfaches davon bei, weil du damit Netzstrom zu 35 ct/kWh vermeidest statt Strom zu 7,78 ct/kWh einzuspeisen. Wenn du wissen willst, wie das für dein Dach konkret aussieht, kannst du die PV-Anlage Wirtschaftlichkeit berechnen.

Wie schnell sinkt die Einspeisevergütung?

Seit Februar 2024 sinken die Sätze um genau 1 % alle sechs Monate — planmäßig, vorhersehbar, moderat. Von 7,78 auf 7,71 Cent: das sind 0,07 Cent weniger pro Kilowattstunde. Wer das als Drama verkauft, übertreibt.

Die Degression betrifft ausschließlich Neuanlagen. Wer heute installiert, sichert sich seinen Satz für 20 Jahre — vollkommen unabhängig davon, was danach mit den Tarifen passiert. Historisch gesehen ist der aktuelle Satz übrigens gar nicht schlecht: 2022 lag er mit 6,24 ct/kWh deutlich tiefer. Er wurde im Zuge des Solarpakets I wieder angehoben.

Keine Einspeisevergütung bei negativen Strompreisen — was steckt dahinter?

Seit dem 25. Februar 2025 gilt für neue Anlagen ab 2 kWp eine Regel, die viele nicht auf dem Schirm haben: Bei negativen Börsenstrompreisen gibt es keine Einspeisevergütung.

Negative Strompreise entstehen, wenn an einem sehr sonnigen Sonntag so viele Solaranlagen gleichzeitig Strom produzieren, dass das Netz damit überschwemmt wird — mehr Strom als verbraucht werden kann. An solchen Stunden dreht der Börsenpreis ins Minus. Das passiert in der Praxis an wenigen Prozent der Jahresstunden, vor allem sommers und an Feiertagen.

Was bedeutet das für dich konkret? Bei einer typischen 10-kWp-Anlage, die rund 2.000 kWh im Jahr einspeist, fallen diese Stunden auf wenige Prozent der Jahresstunden — das entspricht grob 40 bis 80 Euro entgangener Vergütung pro Jahr. Kein Weltuntergang — aber gut zu wissen.

Mit Smart Meter werden diese ausgefallenen Stunden erfasst. Für jede Stunde ohne Vergütung verlängert sich deine 20-Jahres-Förderung um eine halbe Stunde. Das klingt nach wenig, summiert sich aber über die Jahre: 100 ausgefallene Stunden pro Jahr bedeuten 50 Stunden Förderverlängerung — über 10 Jahre sind das fast drei Wochen extra Vergütung.

Ohne Smart Meter gilt eine andere Einschränkung: Deine Anlage darf dann nur noch 60 % ihrer erzeugten Leistung ins Netz einspeisen. Den Rest musst du selbst verbrauchen, im Speicher zwischenlagern — oder er wird einfach nicht erzeugt ("abgeregelt" nennt das der Fachmann, gemeint ist: die Anlage drosselt sich selbst). Ein Speicher ist damit nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern fast eine Voraussetzung für ein effizientes System.

EEG-Reform 2027: Droht das Ende der garantierten Vergütung?

Hier wird es ernst. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat im Frühjahr 2026 bestätigt, dass die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen abgeschafft werden soll. Ein geleakter Entwurf sieht vor, dass Anlagen bis 25 kWp ab 2027 keine garantierten Tarife mehr bekommen.

Was stattdessen kommen soll: Direktvermarktung — also Verkauf zum schwankenden Börsenpreis statt zu einem festen Satz. Statt sicherer 7,78 ct/kWh bekommst du, was die Börse gerade hergibt — 2025 lag der Jahresdurchschnitt bei rund 4,51 ct/kWh, mit starken Schwankungen nach oben und unten. Diskutiert wird auch eine staatliche Preisabsicherung ("Differenzverträge"): Der Staat gleicht dabei die Differenz zwischen Börsenpreis und einem Referenzwert aus — eine Art Netz nach unten, aber ohne die Verlässlichkeit eines Festsatzes.

Das Problem, das selbst das Ministerium einräumt: Für kleine Dachanlagen gibt es derzeit keine funktionierenden Strukturen für eine solche Direktvermarktung. Was genau als Übergangslösung kommt, ist noch offen.

Stand April 2026 ist der Entwurf noch nicht verabschiedet — Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.

Was jedoch sicher ist: Wer 2026 eine Anlage in Betrieb nimmt, fällt unter das aktuelle EEG und bekommt seinen Vergütungssatz für 20 Jahre gesichert — egal was 2027 kommt. Bestandsschutz gilt. Wer wartet, riskiert, in ein noch unfertig reguliertes System zu fallen.

Was passiert nach den 20 Jahren?

Die ersten EEG-geförderten Anlagen laufen jetzt langsam aus — und die Antwort auf diese Frage ist nüchtern: Nach Ende der Förderung bekommst du für eingespeisten Strom nur noch den aktuellen Börsenstrompreis. 2025 lag der bei rund 4,51 ct/kWh, minus einer Netzbetreibergebühr von ca. 0,23 ct/kWh.

Was das konkret bedeutet: Eine 10-kWp-Anlage, die im Jahr rund 2.000 kWh ins Netz einspeist, bringt während der 20-Jahres-Förderung bei 7,78 ct/kWh etwa 156 Euro pro Jahr. Nach Ablauf der Garantie schrumpft das auf rund 86 Euro — weniger als die Hälfte. Mit Smart Meter zahlt der Netzbetreiber nur halb so viel Abzug (ca. 0,11 ct statt 0,23 ct/kWh), weil dein Zähler die Einspeisung sekundengenau erfasst — das dämpft den Rückgang ein bisschen.

Wer 2026 installiert, muss sich damit erst 2046 auseinandersetzen. Und dann zählt vor allem der Eigenverbrauch: Was du selbst verbrauchst, musst du nicht beim Versorger kaufen — und der Netzstrompreis wird in 20 Jahren kaum günstiger sein als heute.

Häufige Fragen

Gilt der Vergütungssatz wirklich 20 Jahre lang — auch wenn sich das EEG ändert?
Ja. Der Satz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme ist gesetzlich für 20 Jahre garantiert. EEG-Änderungen gelten nur für Neuanlagen. Dieser Bestandsschutz gilt seit Einführung des EEG im Jahr 2000 und wurde bisher nie gebrochen.
Wie viel Kilowattstunden speist eine 10-kWp-Anlage typischerweise ein?
Bei einer 10-kWp-Anlage mit rund 9.000 kWh Jahreserzeugung und Speicher gehen 20 bis 40 % ins Netz — also 1.800 bis 3.600 kWh. Bei 7,78 ct/kWh macht das 140 bis 280 Euro Einspeisung pro Jahr.
Lohnt sich Volleinspeisung 2026 noch?
In Sonderfällen ja — etwa bei Gebäuden, die tagsüber komplett leer stehen und keinen Eigenverbrauch haben, oder bei Anlagen ohne Speicheroption. Für einen normalen Haushalt mit Speicher ist Teileinspeisung fast immer wirtschaftlich überlegen, weil jede selbst verbrauchte Kilowattstunde rund 35 ct wert ist — viermal mehr als der Einspeisesatz.
Wann muss meine Anlage in Betrieb sein, um 7,78 ct/kWh zu bekommen?
Deine Anlage muss bis zum 31. Juli 2026 offiziell in Betrieb genommen und beim Netzbetreiber gemeldet sein. Maßgeblich ist der Tag der Inbetriebnahme — nicht der Bestelltermin oder Montagebeginn. Wer kurz nach dem 1. August fertig wird, bekommt 7,71 ct/kWh — nur minimal weniger.
Was ist der Mieterstromzuschlag?
Wenn du als Vermieter Solarstrom direkt an deine Mieter im gleichen Gebäude verkaufst, bekommst du zusätzlich zur Einspeisevergütung einen Mieterstromzuschlag von aktuell 2,54 ct/kWh (bis 10 kWp). Das macht Mieterstromprojekte in Mehrfamilienhäusern attraktiver als reine Netzeinspeisung.
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