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PV*SOL vs. PVsyst vs. PV-Freund: Welches Tool brauchst du?

PV*SOL vs. PVsyst: Profi-Software für Ingenieure, teuer und mit Wochen Lernkurve. Was Hausbesitzer wirklich brauchen, um ihre PV-Anlage selbst zu planen.

Du hast drei Angebote auf dem Küchentisch. Ein Installateur hat €850 pro Modul aufgerufen, ein anderer €780, der dritte hat eine schicke Präsentation mitgebracht — aber keine konkreten Zahlen. Jetzt willst du es selbst nachrechnen. Also googlest du "PV*SOL vs PVsyst" und landest in einer Welt, die nicht für dich gebaut wurde.

PVsyst. PV*SOL. Archelios Pro. Lauter Namen, die nach Ingenieurstool klingen — weil sie genau das sind. Aber welches davon hilft dir als Hausbesitzer, und welches ist purer Overkill?

Was PVsyst und PV*SOL sind — und für wen sie gebaut wurden

Beide sind Industriestandards. Beide werden von Ingenieuren, Installateuren und Projektentwicklern eingesetzt. Beide können berechnen, wie viel Energie dein Dach im Jahr erzeugt, welche Verluste durch Verschattung entstehen, und wie sich das System über 20 Jahre wirtschaftlich entwickelt.

Aber sie wurden für sehr unterschiedliche Anwendungsfälle gebaut.

PVsyst ist das, was Entwickler von Solarparks benutzen, wenn sie einer Bank einen finanzierbaren Ertragsbericht vorlegen müssen — einen Bericht, der formell bestätigt: "Diese Anlage erzeugt mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens X kWh pro Jahr, und das Darlehen ist sicher." Das Tool hat über 30 Jahre Industriegeschichte und wurde nach einem treffenden Review "von Physikern für Ingenieure" entwickelt — technisch mächtig, aber für einen Privatnutzer am Sonntagabend schlicht nicht bedienbar.

PV*SOL (ausgesprochen "PV Sol", entwickelt von Valentin Software in Berlin) ist stärker auf den Wohngebäudebereich ausgerichtet. Es kann ein 3D-Dach modellieren, Panele virtuell platzieren und Verschattung durch Kamin oder Nachbarsgebäude einrechnen. Für einen Installateur, der einem Kunden zeigen will, wie die fertige Anlage aussieht — sehr gut. Aber: Beide Tools laufen nur auf Windows als Desktop-Software und sind nicht dafür ausgelegt, dass jemand ohne Vorkenntnisse mal eben seine Dachfläche eingibt.

Warum die Lernkurve das eigentliche Problem ist

Bevor wir auf die Preise kommen: Die offizielle Lernkurve für PVsyst liegt bei 4–6 Wochen für die grundlegende Nutzung, 3–6 Monate für fortgeschrittene Funktionen. G2-Nutzer — also Leute, die täglich damit arbeiten — bewerten die Bedienbarkeit mit 7.1 von 10. Die technische Tiefe mit 9.4 von 10. Das sagt alles.

Wenn du das auf zwei Stunden pro Sonntagabend umlegt, bist du erst im Herbst soweit, dass du dein erstes belastbares Ergebnis hast.

PV*SOL ist freundlicher in der Oberfläche. Aber du installierst immer noch ein Windows-Programm und musst verstehen, wie Wechselrichter-Auslegung und Panel-Reihenschaltungen (sogenannte "Strings" — also Gruppen von Modulen, die in Serie geschaltet werden) zusammenhängen. Konzepte, die für Installateure Alltag sind, für die meisten Hausbesitzer aber nicht.

Und dann kommt noch der Preis dazu. PVsyst kostet rund CHF 700 pro Jahr — etwa €750 — für eine einzelne Nutzerlizenz. Dazu kommt: PVsyst kann selbst kein Dach zeichnen, keine Panele platzieren. Wer den vollständigen professionellen Arbeitsablauf abbilden will, zahlt laut Branchenschätzungen €5.000–€8.000 pro Jahr für den gesamten Software-Stack. PV*SOL Premium kostet €845 pro Jahr oder ab ca. €1.295 als Einmalkauf.

Das, was du als Hausbesitzer wissen willst, kostet in diesen Tools also zwischen einem halben und einem ganzen Jahrestausender — für eine Aufgabe, die du einmal in deinem Leben machst.

Kann ich PVsyst oder PV*SOL als Hausbesitzer selbst nutzen?

Technisch ja. Sinnvoll kaum — und der entscheidende Grund hat weniger mit dem Preis zu tun als mit dem, was diese Tools am Ende ausgeben.

Das eigentliche Problem ist: Beide Tools erstellen keine Entscheidungsgrundlage für dich. Sie erstellen technische Berichte für Ingenieure und Banken. Das klingt abstrakt — aber stell dir vor, du hast nach sechs Wochen Einarbeitung endlich ein Ergebnis. Auf dem Bildschirm steht: "Jahresertrag: 7.340 kWh. PR: 82,3 %." Was davon beantwortet die Frage "Lohnt sich das für mein Haus, und welche Anlagengröße passt zu meinem Verbrauch?" Nichts davon, direkt. Du müsstest diese Rohdaten erst selbst in eine Wirtschaftlichkeitsrechnung übersetzen. Das ist Installateurarbeit — nicht Hausbesitzerarbeit.

Was Installateure wirklich nutzen

Zur Einordnung: Dein Installateur benutzt wahrscheinlich PV*SOL — oder ein kostenloses Herstellertool wie den Fronius Solar.creator oder den SolarEdge Designer. Professionelle und rechtssichere Auslegung ist Installateuraufgabe, nicht Hausbesitzeraufgabe.

Der Installateur plant die Anlage mit den richtigen Werkzeugen und trägt die Verantwortung dafür — so soll es sein. Du willst in diesen Prozess informiert hineingehen — mit einer eigenen Einschätzung, welche Systemgröße und welche Komponenten für dein Haus Sinn ergeben.

Dafür brauchst du kein Installateur-Tool. Du brauchst ein Tool mit echter Berechnungstiefe — das aber auf deine Fragen ausgelegt ist, nicht auf die eines Ingenieurbüros.

PV-Freund: Für Hausbesitzer gebaut

PV-Anlage kostenlos selbst berechnen — PV-Freund läuft im Browser, kein Download, kein Windows-Zwang, keine Lizenz. Du zeichnest dein Dach auf dem Satellitenbild ein, gibst deinen Jahresstromverbrauch ein, und kannst E-Auto oder Wärmepumpe hinzufügen, wenn du sie hast.

Die Wetterdaten kommen von PVGIS, der offiziellen Datenbank der Europäischen Kommission — dieselbe Quelle, die auch viele professionelle Tools nutzen. Das sorgt dafür, dass die Erträge nicht geschätzt, sondern auf Basis echter Klimadaten für deinen Standort berechnet werden.

Dann gibst du Stromkosten und Einspeisevergütung ein — und das Tool rechnet. Nicht eine grobe kWh-Schätzung. Ein Optimierungsalgorithmus durchsucht automatisch alle sinnvollen Kombinationen: 6 kWp ohne Speicher, 8 kWp mit 5 kWh Batterie, 10 kWp mit 7,5 kWh — und findet die Konfiguration, die für dein Haus, deinen Verbrauch und dein Budget am besten passt. Maximale Unabhängigkeit vom Netz? Niedrigste Jahreskosten? Kürzeste Amortisationszeit? Das sind verschiedene Antworten — du wählst das Ziel, das Tool findet den Weg.

Das kostet nichts. Und du brauchst keine sechs Wochen, um loszulegen.

Häufige Fragen

Gibt es eine kostenlose Alternative zu PVsyst für Privatpersonen?
Ja. PV-Freund ist kostenlos, browserbasiert und speziell für Hausbesitzer gebaut — kein Download, keine Registrierung. Im Gegensatz zu PVsyst oder PV*SOL beantwortet es direkt die Fragen, die Privatpersonen stellen: Wie groß soll die Anlage sein? Wann amortisiert sie sich? Lohnt sich ein Speicher für mein Haus?
Welches Tool nutzen Installateure in Deutschland wirklich?
Die meisten deutschen Installateure nutzen PV*SOL für die technische Auslegung, weil es auf den deutschen Markt und den Wohngebäudebereich zugeschnitten ist. PVsyst findet sich eher bei größeren Projekten und internationalen Finanzierungsanfragen. Für einfachere Angebote greifen viele auf kostenlose Herstellertools wie den Fronius Solar.creator oder SolarEdge Designer zurück.
Wie genau sind kostenlose Tools im Vergleich zu PVsyst?
PVsyst gilt als genauestes Simulationstool für große Anlagen. Für ein Wohngebäude mit 8–15 kWp ist der Unterschied in der Ertragsschätzung in der Praxis gering. Entscheidend ist die Qualität der Wetterdaten: PV-Freund nutzt PVGIS-Daten der EU-Kommission — denselben Datensatz, den viele Profis verwenden.
Brauche ich eigene Berechnungen, bevor ich einen Installateur beauftrage?
Nicht zwingend — aber es hilft. Wer mit eigenen Zahlen ins Gespräch geht, erkennt schneller, ob ein Angebot plausibel ist oder ob jemand eine überdimensionierte Anlage verkaufen will. Eine fundierte Ersteinschätzung macht dich zu einem besseren Gesprächspartner — und schützt dich vor schlechten Deals.
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PV-Freund ist das einzige kostenlose Tool, das dir nicht nur eine kWh-Schätzung gibt, sondern dir sagt: welche Anlagengröße passt zu deinem Verbrauch, wann amortisiert sie sich, und was bringt ein Speicher wirklich? Adresse eingeben, Dach einzeichnen, fertig.

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